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FC Bayern München - FFC Heike Rheine 1:4 (1:1) 1.Bundesliga Frauen, 9.Spieltag 15.04.2006, 14:00 Uhr, 218 Zuschauer, Sportpark Aschheim, Spiel-Historie |
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Bayern vergas das Wesentliche "Wir haben heute von der miserablen Chancenverwertung des FC Bayern profitiert. Wir hätten uns nicht beklagen dürfen, wenn der FC Bayern 3-1 in Führung gegangen wäre“. Das sagte Heike Rheines Trainerin Nicole Werner unmittelbar nach dem 4:1 Auswärtssieg ihres Teams in München. FCB-Trainerin Sissy Raith fand, dass Rheine verdient 4:1 gewann. Das Spiel demonstrierte wie aus dem Lehrbuch, worauf es bei einem Fußballspiel ankommt: Tore schießen und verhindern. Spielanteile, Eckenverhältnis, Zahl der Chancen – alles unwichtig. Rheine hatte von Beginn an Probleme: Schon in der ersten Minute stand Pavlina Scasna völlig frei halblinks im gegnerischen Strafraum. Seltsam unentschlossen setzte sie den Ball neben das Tor. Ein normaler Schuss auf das Tor hätte wahrscheinlich das 1:0 für Bayern bedeutet. Als zehn Minuten später Felicia Notbom FCB-Stürmerin Bianca Eder frei spielte, kam aus 11 Metern nur eine bessere Rückgabe auf Rheines Torfrau Loes Geurts. Bayern dominierte in der Offensive, leistete sich aber in der Abwehr schwere Fehler: Einen Querschläger von Janine Partzsch angelte sich Dyanne Bito: Deren Schuss konnte FCB-Keeperin Uli Schmetz noch abwehren. Doch Ines Reinicke war als Abstauberin zur Stelle und traf zum 1:0 für Rheine (18.Minute). Damit ist das Prinzip dieses Spiels schon erklärt: Bayern hatte die meiste Zeit den Ball, sie dominierten das Mittelfeld und kommen immer wieder zu sehr guten Chancen. Dabei wirkte das Bayernspiel nicht durchdacht, aber gegen die harmlosen Gäste reichte das. Gleichzeitig aber vernachlässigte das Bayern-Team die Abwehrarbeit: Immer wieder kam es zu 1:1 Situationen, in denen eine Rheine-Stürmerin gerade noch gebremst werden konnte. Aus Bayernsicht konnte diese Taktik nur aufgehen wenn im Angriff Tore geschossen werden. Doch dort fehlte jegliche Konsequenz: Immer wieder kamen FCB-Spielerinnen zu Großchancen, meistens resultierte ein schwacher Schuss auf das gegnerische Tor. Da der FCB an diesem Tag kein normales Tor schießen konnte, musste für den Ausgleich ein Glückstreffer herhalten: Felicia Notbom gab eine Ecke kurz auf Pavlina Scasna, die schnell Richtung Strafraum eilte und eine Flanke ansetzte. Die Flanke mutierte zur Bogenlampe und schlug im langen Eck des Tores ein (38.). In der Folgezeit deutete alles auf einen Bayern-Treffer hin, besonders nach der Pause: Bianca Rech tanke sich bis zur Grundlinie durch und passte zurück auf Bianca Eder, deren Schuss war aber leichte Beute für die Gäste-Torfrau. Zwei Minuten später eine ähnliche Situation: Diesmal passte Pavlina Scasna von der Grundlinie auf Bianca Eder, diesmal ging ihr Schuss über das Tor. Doch der Chancentod hatte noch zwei dicke Pfeile im Köcher: In der 54.Minute war Nina Aigner nach einem Heber von Pavlina Scasna frei vor dem Tor, Ninas Schuss wäre neben das Gehäuse gegangen. In den Richtung Aus trudelnden Ball spritzte gerade noch Christina Eckmann, die den Ball an den Pfosten setzte. Endgültig zuhause fühlte sich der Chancentod beim FCB nach einer Stunde Spielzeit: Julia Simic gab auf Nina Aigner, deren strammer Schuss (endlich einer!) konnte von Torfrau Geurts nur abgeklatscht werden: Direkt vor die Füße von Janine Partzsch, sechs Meter vor dem Tor (61.). Sie brachte das Kunststück fertig, den Ball neben das Tor zu setzen. Heike Rheines Trainerin Nicole Werner fand diese Situation belustigend, gleichzeitig war diese Chance der Wendepunkt im Spiel. Schon zuvor kam es, nach fahrlässigen Fehlern der Bayern immer wieder zu knappen Abwehrduellen zwischen einer FCB- und einer Rheine-Angreiferin: Bis dahin gewann immer die FCB-Spielerin, dass das nicht immer gut gehen konnte war absehbar. In der 65.Minute war es dann soweit. Rheines deutsche Nationalspielerin Kerstin Stegemann verlängerte per Kopf auf die holländische Nationalspielerin Dyanne Bito, die allein vor dem FCB-Tor eiskalt zum 1:2 vollstreckte. In der Folgezeit (78.Minute) hätte Christina Eckmann ausgleichen können: Doch die Nachwuchsstürmerin konnte sieben Meter alleine vor dem Tor nicht stark genug schießen. Wie man konzentriert, gezielt und erfolgreich schießt, demonstrierten Dyanne Bito und Kerstin Stegemann in der 80. und 88.Minute. Beide durchbrachen die aufgerückte Bayern-Abwehr und schossen aus 30 Metern über die weit vor dem Tor stehende Bayern-Keeperin hinweg. Heike Rheine verlies letztlich verdient den Platz als Sieger, weil sie zur richtigen Zeit das Richtige taten. Das Musterbeispiel hierfür ist Dyanne Bito: Sie verlor die meisten Zweikämpfe, war aber in den entscheidenden Szenen da und entschied das Spiel. Der FC Bayern sollte sich um die einfachen Dinge kümmern: Der konzentrierte Pass zur Mitspielerin und der Schuss auf das Tor. Zudem ist eine genauere Aufgabenteilung innerhalb des Teams angeraten. Oberstes Ziel sollte die Devise „die Null muss stehen“ sein. Die meisten Teams schießen mit viel weniger Chancen viel mehr Tore. Die nächste Gelegenheit dazu hat das Team von Sissy Raith schon am Ostermontag: Ab 11 Uhr ist die SG Essen-Schönebeck in Aschheim zu Gast. Autor: Bernhard Kux |
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