FC Bayern München - SC Freiburg 2:0 (0:0)
1.Bundesliga Frauen, 12.Spieltag
26.02.2006, 14:00 Uhr, 210 Zuschauer, Sportpark Aschheim, Spiel-Historie
Verdienter Bayern-Sieg mit Freiburger Hilfe
„Mein Gott, so ein Spielfeld habe ich noch nie gesehen!“ meinte Rebecca Smith, die den schneebedeckten Platz in Aschheim vor den Toren Münchens mit Ihrer Digicam dokumentierte. Dabei hat die Spielführerin der neuseeländischen Nationalmannschaft schon viele Fußballplätze gesehen: Sie spielte in Kalifornien, Neuseeland, beim FSV und FFC Frankfurt und ist derzeit bei Sunnana SK in Schwedens erster Liga aktiv. Von diesem Verein wechselte Nationalspielerin Bianca Rech an die Isar. Bianca war beim verdienten 2:0 Heimsieg gegen den SC Freiburg eine deutliche Bereicherung für das Bayern-Team.

Für die Bayern-Spielerinnen ist ein schneebedeckter Platz nichts neues: Bei Pokalerfolg letztes Jahr in Crailsheim waren die Bedingungen weitaus schwieriger. Für beide Teams kam der Schneefall über Nacht überraschend, dennoch meinte Sandra de Pol: „Der Platz war gut zu bespielen. Die kalte Temperatur kein Problem“. Man merkte von Beginn an, welches Team den Ton angeben wollte: Freiburg beschränkte sich auf eine solide Abwehr um Boschert, Söder und Bornschein und einen Eine-Frau Sturm namens Sandra Schmidt. In Abwehr und Mittelfeld dominierte der FC Bayern, biss sich aber am Freiburger Abwehrriegel ein ums andere Mal die Zähne aus oder war im Abschluss nicht entschlossen genug. Nina Aigner, Pavlina Scasna und Sandra de Pol hatten die eine oder andere Chance, zielten daneben oder fanden in Freiburgs Torfrau Alexandra Schwald ihren Meister. Lediglich Freiburgs Christine Kaltenbach konnte sich einige Male auf dem Flügel durchsetzen und für etwas Gefahr vor dem FCB-Tor sorgen. Bianca Rech debütierte dabei in der Abwehr-Viererkette auf der linken Seite. „Im Mittelfeld ist Bianca noch stärker“ meinte Ex-Teamkollegin Rebecca Smith. So aber sorgte Bianca Rech dafür, dass Freiburg auf ihrer Abwehrseite keinen Stich machte.

Die optische Überlegenheit des Heimteams verstärkte sich in der zweiten Halbzeit, das Spiel wurde nun lebhafter. Glühwein-gestärkt waren nun auch die Zuschauer aktiver. Richtig Fahrt bekam das Spiel nach etwa einer Stunde Spielzeit. Einen der wenigen Freiburger Konter stoppte FCB-Torfrau Uli Schmetz an der Sechzehn-Meterlinie im Zweikampf mit einer Freiburgerin. Der Ball gelangte im Mittelfeld zu Jeanne Haag, die sofort in Richtung Bayern-Tor schoss. Ihr Ball verfehlte das Gehäuse nur knapp. Danach intensivierten die Bayern-Frauen ihre Bemühungen nochmals: Eine weite Flanke schob Sandra de Pol direkt ins Freiburger Tor ein, nur entschied Schiedsrichterin Kunick auf Abseits. Als Pavlina Scasna wenig später am Strafraum gefoult wurde, hätte man durchaus auf Strafstoß entscheiden können: Die Strafraumlinie gehört bekanntlich zum Strafraum. Den Freistoß setzte Nina Aigner in die Mauer.

„Jetzt erst recht“ meinte Sandra und man sah ihr den Siegeswillen an: Einen weiten Seitenwechsel auf die rechte Angriffsseite nahm sie an der Strafraumkante auf. Sie ging noch wenige Schritte und schoss hart auf die lange Ecke des Freiburger Tors. Torfrau Alexandra Schwald stand bereit den Ball aufzunehmen, nur unterlief ihr ein klassischer Torwartfehler: Lehrbuchgemäß wollte sie den Ball fangen, die nasse und rutschige Kugel glitt ihr aber durch Hände und Beine hindurch ins Tor. Endlich waren die bayerischen Angriffsbemühungen belohnt. Wenige Minuten später beschenkten die Freiburgerinnen das Heimteam nochmals: Die kurz zuvor eingewechselten Bianca Eder zog eine scharfe Flanke vors Freiburger Tor. Am kurzen Pfosten wollte Alexandra Kury klären. Allerdings köpfte sie nicht ins Seitenaus, sondern direkt ins eigene Tor. Von diesem Doppelschlag erholte sich Freiburg nicht mehr, die Bayern waren fortan dem 3:0 näher als die Gäste dem 2:1.

Insgesamt hoch verdient gewann der FC Bayern das Spiel. Die Bayern-Spielerinnen gewannen viel mehr Zweikämpfe und waren fast immer schneller am Ball. Immer wieder versuchten sie ihr Glück vor Freiburgs Tor und wurden letztlich dafür belohnt. Auch wenn die beiden Tore halbe Geschenke waren, die Fehler der Freiburger kamen erst durch beständiges Anrennen der Bayern zustande.

Rebecca Smith meinte abschließend: „Ein gutes Spiel!“. Für sie geht es im April in Schwedens Liga weiter.
Für den FC Bayern steht am kommenden Spieltag eines der leichtesten Saisonspiele an: „Zum 1.FFC Frankfurt fahren wir ganz entspannt“ meinte Bayern-Trainerin Sissy Raith in die Zukunft blickend.

Von Bernhard Kux
1.Halbzeit
30. Min. Gelbe Karte M.Behringer (Gelbe Karte)
2.Halbzeit
75. Min. 1:0 Tor S. de Pol
77. Min. Gelbe Karte B. Eder (Gelbe Karte)
78. Min. 2:0 Eigentor A.Kury (Eigentor)
85. Min. Gelbe Karte K. Boschert (Gelbe Karte)
FC Bayern München
Durchschnittsalter: 24.1 Jahre
U. Schmetz
U. Schmetz
J. Kremser
J. Kremser
C. Roth
C. Roth
F. Notbom
F. Notbom
P. Scasna
P. Scasna
J. Simic
J. Simic
J. Partzsch
J. Partzsch
C. Paukner
C. Paukner
N. Aigner
N. Aigner
S. de Pol
S. de Pol
B.Rech
B.Rech


Auswechslungen:

46. Min:
K. Krüger
K. Krüger
für
(3) J. Kremser
74. Min:
B. Eder
B. Eder
für
(7) F. Notbom
88. Min:
D. Urbancova
D. Urbancova
für
(10) J. Simic
Nicht eingesetzt:
(1) S. Kuljevan-Heck
(4) A.Fröhlich
(22) A. Seidl
SC Freiburg
Durchschnittsalter: 25.2 Jahre
A.Schwald
K. Boschert
N.Soeder
A.Kury
C.Kaltenbach
M.Behringer
K.Bornschein
J.Haag
S.Schneider
A.Thom
S. Schmidt


Auswechslungen:

46. Min:
I.Österle
für
(18) S.Schneider
65. Min:
K.Levy
für
(23) S. Schmidt
77. Min:
J.Goodman
für
(4) N.Soeder